Die Liga zeigt eine Reaktion – jetzt muss Konstanz folgen
Sechs Punkte aus vier Spielen: Nach den vor vier Wochen eingeleiteten Maßnahmen sieht die sportliche Leitung des Osterrönfelder TSV erste positive Ansätze. Trotz zweier deutlicher Auswärtsniederlagen blickt Kim-Michael Delfs vorsichtig optimistisch auf die Entwicklung der Verbandsliga-Mannschaft. Vor dem Derby gegen Jevenstedt zieht der sportliche Leiter eine Zwischenbilanz.
Erste Schritte in die richtige Richtung
Die sportliche Situation unserer Liga in der Verbandsliga West hat uns in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt. Wir haben die Entwicklung analysiert, Dinge offen angesprochen und daraus Konsequenzen gezogen. Vor rund vier Wochen haben wir gezielte Maßnahmen eingeleitet, um die sportliche Entwicklung wieder in die richtige Richtung zu lenken und der Mannschaft neue Impulse zu geben.
Seitdem hat unsere Mannschaft vier Meisterschaftsspiele absolviert und sechs Punkte geholt. Das entspricht einem Schnitt von 1,5 Punkten pro Spiel. Ein Blick auf die vorherige Bilanz macht diese Entwicklung noch deutlicher: In den sieben Spielen zuvor hatten wir lediglich vier Punkte gesammelt.
Das ist eine Verbesserung, die wir durchaus als positives Signal bewerten dürfen. Natürlich wissen wir, dass vier Spiele noch keine langfristige Entwicklung beweisen. Aber wir sollten die Zahlen auch nicht kleinreden. Die ersten vier Wochen waren ein Auftakt, der uns Anlass gibt, vorsichtig optimistisch nach vorne zu schauen.
Vier Spiele, vier unterschiedliche Geschichten
Den Anfang machte unser Heimspiel gegen den TSV Friedrichskoog. In einer torreichen Begegnung konnten wir uns mit 5:4 durchsetzen. Neun Tore, viele emotionale Momente und am Ende drei wichtige Punkte. Die Partie hat unsere offensive Qualität gezeigt, gleichzeitig aber auch deutlich gemacht, dass wir defensiv noch stabiler werden müssen.
Danach folgte das Auswärtsspiel bei Fortuna Glückstadt. Die deutliche 1:7-Niederlage war ein herber Rückschlag. Niemand fährt zu einem Auswärtsspiel, um eine solche Klatsche hinnehmen zu müssen. Glückstadt stand zu diesem Zeitpunkt auf dem vorletzten Tabellenplatz. Umso deutlicher müssen wir festhalten, dass wir dort nicht unseren eigenen Ansprüchen gerecht geworden sind. Wir werden daran arbeiten, auswärts ein anderes Gesicht zu zeigen. Das ist ein klarer Auftrag an uns selbst.
Die passende Antwort folgte im Heimspiel gegen den VfL Kellinghusen. Mit einem überzeugenden 4:0-Erfolg zeigte die Mannschaft, was in ihr steckt. Eine geschlossene Leistung, ein konsequenteres Auftreten und ein Ergebnis, das uns wichtige Punkte und Selbstvertrauen gegeben hat. Zuletzt mussten wir uns beim FC Fetih-Kisdorf mit 1:5 geschlagen geben. Auch hier lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Kisdorf steht auf dem vierten Tabellenplatz und ist als Absteiger aus der Landesliga eine Mannschaft mit entsprechender Qualität und Erfahrung.
Natürlich ist eine Niederlage mit vier Toren Unterschied nicht unser Anspruch. Allerdings hatten wir in dieser Begegnung vier bis fünf richtig gute Möglichkeiten, um das Spiel in eine andere Richtung zu lenken. Leider haben wir diese Chancen nicht genutzt. Kisdorf war vor dem Tor deutlich konsequenter. Deshalb fällt das Ergebnis aus unserer Sicht zu deutlich aus und spiegelt unsere Möglichkeiten in dieser Partie nur bedingt wider. Wir müssen solche Chancen nutzen, wenn wir gegen Mannschaften dieser Qualität etwas mitnehmen wollen.
Gleichzeitig können wir aus der Partie durchaus etwas Positives ziehen. Wir haben uns gegen einen starken Gegner Möglichkeiten erspielt, anders als gegen einen schwachen Gegner in Glückstadt. Jetzt geht es darum, daraus auch Kapital zu schlagen.
Sechs Punkte sind besser als vier Unentschieden
Manchmal lohnt sich ein anderer Blick auf die Zahlen. Sechs Punkte aus vier Spielen sind eine ordentliche Zwischenbilanz. Vielleicht hilft dazu ein kleines Gedankenspiel: Was wäre gewesen, wenn wir diese vier Begegnungen jeweils unentschieden gespielt hätten? Wir wären in allen vier Spielen ungeschlagen geblieben, hätten aber lediglich vier Punkte geholt. Tatsächlich haben wir sechs Punkte gesammelt.
Das zeigt, dass im Fußball nicht allein die Frage zählt, ob man ungeschlagen bleibt. Entscheidend ist auch, Spiele zu gewinnen und die entsprechenden Punkte mitzunehmen. Natürlich hätten wir uns andere Ergebnisse gewünscht. Aber die aktuelle Ausbeute ist besser, als es eine reine Betrachtung der beiden deutlichen Niederlagen zunächst vermuten lässt.
Wir haben nicht ewig Zeit – aber noch ausreichend Zeit
Eines möchte ich ganz klar sagen: Uns ist bewusst, dass wir nicht unbegrenzt Zeit haben. Die sportliche Situation verlangt Ergebnisse. Wir wissen, dass wir uns nicht über Monate hinweg ausschließlich mit Entwicklungsprozessen beschäftigen können. Gleichzeitig wäre es falsch, nach gerade einmal vier Wochen bereits ein abschließendes Urteil über die eingeleiteten Maßnahmen zu fällen. Wir haben einen Prozess angestoßen, der Zeit benötigt. Vier Wochen sind dabei als Auftakt zu verstehen, nicht als abgeschlossene Bewertung.
Wir sehen erste positive Ansätze. Die Mannschaft hat sechs Punkte geholt, einen überzeugenden Heimsieg eingefahren und auch in schwierigen Spielen gezeigt, dass sie sich Chancen erarbeiten kann. Darauf lässt sich aufbauen. Jetzt müssen wir die nächsten Schritte gehen. Dazu gehört insbesondere, unsere Leistungen auswärts zu verbessern. Wir müssen dort kompakter, konzentrierter und selbstbewusster auftreten.
Derby gegen Jevenstedt: Die nächste Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen
Mit dem Derby gegen Jevenstedt wartet am kommenden Sonntag die nächste wichtige Aufgabe auf uns. Gerade solche Spiele bieten die Möglichkeit, die bisherige Entwicklung auf dem Platz zu bestätigen und ein anderes Gesicht zu zeigen. Wir wollen die positiven Ansätze aus den vergangenen Wochen mitnehmen, unsere Fehler abstellen und als Mannschaft geschlossen auftreten. Es geht nicht darum, große Ankündigungen zu machen. Es geht darum, am Sonntag auf dem Platz die entsprechende Antwort zu geben.
Der eingeschlagene Weg wird konsequent fortgesetzt
Als sportliche Leitung werden wir die Entwicklung weiterhin aufmerksam begleiten. Wir werden die Dinge klar ansprechen, dort nachjustieren, wo es notwendig ist, und die junge Mannschaft auf ihrem Weg unterstützen. Wir reden die Situation nicht schön. Die Niederlage in Glückstadt war zu deutlich. Auch gegen Kisdorf haben wir uns mehr vorgenommen. Gleichzeitig sehen wir die sechs Punkte aus vier Spielen und erkennen, dass die Mannschaft erste Schritte in die richtige Richtung macht.
Unser Anspruch ist es, die sportliche Leistungsfähigkeit des OTSV nachhaltig zu verbessern. Dafür braucht es Konsequenz, Geduld und die Bereitschaft jedes Einzelnen, seinen Beitrag zu leisten. Wir haben vor vier Wochen gehandelt. Jetzt, nach vier Spielen und sechs Punkten, können wir eine erste positive Entwicklung erkennen. Wir sind noch nicht zufrieden. Wir wissen um unsere Aufgaben und wissen auch, dass die Zeit nicht unbegrenzt ist. Aber wir haben noch ausreichend Zeit, die richtigen Dinge weiterzuentwickeln.
Entscheidend ist, dass wir gemeinsam dranbleiben. Die nächste Gelegenheit dazu haben wir bereits am Sonntag im Derby gegen Jevenstedt.
Kim-Michael Delfs
Sportlicher Leiter Fußball, Osterrönfelder TSV